Rutschhemmung bei Gitterrosten – Mehr Sicherheit auf jedem Schritt
Rutschhemmende Gitterroste können helfen, das Ausrutschrisiko auf Laufstegen, Podesten und Treppen zu reduzieren. Entscheidend ist eine Oberfläche, deren nachgewiesene Eigenschaften zur tatsächlichen Nutzung passen. Eine gezahnte, profilierte oder besandete Ausführung besitzt nicht automatisch eine bestimmte Rutschhemmklasse.
Dieser Ratgeber erklärt R-Klassen, Barfußklassen und die Auswahl geeigneter Rostoberflächen. Außerdem zeigt er, welche Rolle Material, Verschmutzung, Reinigung und Befestigung für die sichere Nutzung spielen.
Redaktionsstand:
Was bedeutet Rutschhemmung bei Gitterrosten?
Rutschhemmung beschreibt eine Eigenschaft der begehbaren Oberfläche, die dem Ausrutschen entgegenwirkt. Im tatsächlichen Betrieb entsteht Sicherheit aus dem Zusammenspiel von Belag, Schuhwerk, Verschmutzung und Nutzung.
Wasser, Öl, Fett oder andere Stoffe können die Rutschgefahr erhöhen. Auch Abnutzung, ungeeignete Reinigung und Rückstände auf der Oberfläche beeinflussen die Bedingungen.
Rutschhemmung ist keine Rutschgarantie: Ein geprüftes Produkt ersetzt weder die Gefährdungsbeurteilung noch Reinigung, sichere Montage und geeignete betriebliche Maßnahmen.
Welche Regelwerke und Prüfverfahren sind wichtig?
ASR A1.5: Anforderungen für Arbeitsstätten
Die ASR A1.5 „Fußböden“ konkretisiert Anforderungen der Arbeitsstättenverordnung. Ihr Anhang 2 ordnet Arbeitsbereiche mit Rutschgefahr den erforderlichen Bewertungsgruppen zu. Besondere betriebliche Bedingungen können höhere Anforderungen erfordern.
DIN EN 16165: Prüfung der Oberfläche
Für die Bewertung beschuhter Bereiche ist insbesondere das Begehungsverfahren nach DIN EN 16165, Anhang B, relevant. Für nassbelastete Barfußbereiche wird das Verfahren nach Anhang A verwendet.
Prüfverfahren und Nutzungsanforderungen sind voneinander zu unterscheiden: Die Prüfung beschreibt die untersuchte Oberfläche. Welche Eigenschaft benötigt wird, ergibt sich aus dem Einsatzbereich.
Ältere Prüfberichte richtig einordnen
Prüfberichte nach den früheren Verfahren DIN 51130 für beschuhte Bereiche oder DIN 51097 für Barfußbereiche sind nicht allein wegen der älteren Normbezeichnung automatisch unbrauchbar. Prüfen Sie Produktzuordnung, Umfang, Gültigkeit und Akzeptanz des Nachweises für Ihr Projekt.
Die DGUV Regel 108-003 wurde zurückgezogen. Für aktuelle Arbeitsstättenplanungen ist insbesondere die ASR A1.5 heranzuziehen.
R9 bis R13: Was bedeuten die R-Klassen?
R-Klassen ordnen Ergebnisse des Begehungsverfahrens für beschuhte Bereiche ein. R9 ist die niedrigste, R13 die höchste dieser Bewertungsgruppen. Die Prüfung erfolgt unter festgelegten Laborbedingungen mit Prüfschuhen und einem definierten Gleitmittel.
| Bewertungsgruppe | Mittlerer Winkel des Ausrutschens |
|---|---|
| R9 | 6° bis 10° |
| R10 | Mehr als 10° bis 19° |
| R11 | Mehr als 19° bis 27° |
| R12 | Mehr als 27° bis 35° |
| R13 | Mehr als 35° |
Die Prüfwinkel sind keine zulässigen Rampenneigungen. Sie dienen der Einstufung des Belags. Die Planung einer Rampe oder Treppe benötigt eigene Anforderungen.
Welche R-Klasse braucht mein Gitterrost?
Es gibt keine einheitliche R-Klasse für alle Gitterroste oder alle Außenbereiche. Entscheidend sind Tätigkeit, Nutzung und zu erwartende gleitfördernde Stoffe. Legen Sie die benötigte Bewertungsgruppe anhand der Projektanforderungen fest.
Was bedeutet der V-Wert?
Zusätzlich zur R-Klasse kann ein Verdrängungsraum erforderlich sein. Er beschreibt das verfügbare Volumen unterhalb der Gehebene zur Aufnahme gleitfördernder Stoffe. Übliche Bewertungsgruppen sind V4, V6, V8 und V10.
Die offene Bauweise eines Rosts darf nicht ohne passenden Nachweis mit einem bestimmten V-Wert gleichgesetzt werden.
Rutschhemmung in nassbelasteten Barfußbereichen
Für nassbelastete Barfußbereiche werden die Bewertungsgruppen A, B und C verwendet. Hinweise zur Auswahl bietet die DGUV Information 207-006 „Bodenbeläge für nassbelastete Barfußbereiche“.
R-Klassen und Barfußklassen beruhen auf unterschiedlichen Prüfbedingungen. Sie lassen sich nicht direkt ineinander umrechnen. Eine Ausführung mit R13 ist deshalb nicht automatisch für einen Schwimmbadbereich geeignet.
Werden Flächen sowohl barfuß als auch mit Schuhen genutzt, müssen die Anforderungen beider Nutzungen berücksichtigt werden. Auch Kanten, Öffnungsgrößen und Reinigbarkeit sind zu prüfen.
Informationen zu geeigneten Ausführungen finden Sie unter Barfußroste.
Rutschhemmende Oberflächen für die unterschiedlichen Rostarten
Weder Material noch Rostbauart bestimmen allein die Rutschhemmung. Maßgeblich ist die konkrete, nachgewiesene Oberflächenausführung. Unser Sortiment umfasst unterschiedliche Produktgruppen.
| Produktgruppe | Worauf Sie achten sollten |
|---|---|
| Pressroste | Glatte und gezahnte Ausführungen unterscheiden. Art und Anordnung der Profilierung mit dem zugehörigen Nachweis abgleichen. |
| Schweißpressroste | Verschweißte Bauart ist keine R-Klasse. Tragstabprofil und fertige Oberfläche der angebotenen Ausführung prüfen. |
| Schwerlast- und Gossenroste | Befahrbarkeit und Rutschhemmung getrennt bewerten. Auch Fußgängernutzung und Übergänge berücksichtigen. |
| Edelstahl-Gitterroste | Edelstahl ist nicht automatisch rutschhemmend. Oberflächenprofil, Reinigung und Medienbeanspruchung abstimmen. |
| Aluminium-Gitterroste | Profilierung und Nachweis der fertigen Ausführung prüfen; Abnutzung mitbetrachten. |
| GFK-Gitterroste | Besandete, konkave oder andere Oberflächen produktspezifisch bewerten. Eine Besandung allein ist keine pauschale R13-Zusage. |
| Gitterrost-Treppenstufen | Trittfläche, Antrittskante und sichere Übergänge berücksichtigen. Der Belagsnachweis bewertet nicht automatisch die gesamte Treppe. |
| Barfußroste | Eignung für Barfußnutzung und bei Nässe passende A-, B- oder C-Bewertung prüfen. |
| Blechprofilroste | Produktspezifische Profilierung, Öffnungen und Prüfbericht betrachten. Keine Werte anderer Profilformen übertragen. |
| Rohmatten | Nach Weiterverarbeitung sicherstellen, dass die fertige Ausführung noch vom vorhandenen Nachweis abgedeckt ist. |
Verzinkung und Pulverbeschichtung
Verzinkung dient dem Korrosionsschutz. Eine Pulverbeschichtung kann die Oberfläche zusätzlich verändern. Keine dieser Behandlungen ist für sich ein Nachweis der Rutschhemmung.
Klären Sie, ob ein Prüfbericht die tatsächlich gelieferte Oberfläche einschließlich einer vorgesehenen Beschichtung abdeckt. Nachträgliche Oberflächenänderungen dürfen nicht ungeprüft übernommen werden.
Sichere Montage und Pflege gehören zur Trittsicherheit
Ein rutschhemmender Rost kann trotzdem unsicher sein, wenn er wackelt, sich verschiebt oder Stolperstellen an Übergängen entstehen. Rost, Auflager und Unterkonstruktion müssen zusammenpassen.
Stimmen Sie Befestigungen und Zubehör auf die benötigten Sicherungsfunktionen ab. Auch Stahlbauelemente und andere Konstruktionsteile müssen zur Planung passen.
Verschmutzungen rechtzeitig entfernen
- Öl, Fett und andere Rückstände beseitigen.
- Reinigungsmittel und Verfahren auf Werkstoff und Oberfläche abstimmen.
- Abgenutzte Profilierungen oder beschädigte Besandungen kontrollieren.
- Schnee und Eis durch geeignete Winterdienstmaßnahmen berücksichtigen.
- Befestigungen, Rostlage und Übergänge regelmäßig prüfen.
Offene Maschen ersetzen keinen Winterdienst: Schnee und Eis können Öffnungen zusetzen oder die Oberfläche bedecken. Eine R-Klasse garantiert unter solchen Bedingungen keine sichere Begehbarkeit.
Prüfungen unter Betriebsbedingungen können helfen, Veränderungen einzuschätzen. Ein vor Ort gemessener Gleitreibungswert lässt sich jedoch nicht einfach in eine R-Klasse umrechnen.
Checkliste für Ihre Anfrage zu rutschhemmenden Gitterrosten
Geben Sie nicht nur „rutschhemmend“ an, sondern beschreiben Sie die Nutzung und die erforderlichen Nachweise.
| Angabe | Benötigte Informationen |
|---|---|
| Einsatzbereich | Laufsteg, Podest, Treppe, Außenfläche oder Nassbereich |
| Nutzung | Beschuht, barfuß oder gemischt; verwendetes Schuhwerk |
| Gleitfördernde Stoffe | Zum Beispiel Wasser, Öl, Fett oder andere Medien |
| Geforderte Bewertung | R-Gruppe, gegebenenfalls V-Wert oder Barfußklasse |
| Rostbauart und Werkstoff | Gewünschte Produktgruppe und Umgebungsbedingungen |
| Fertige Oberfläche | Profilierung, Besandung und vorgesehene Behandlung |
| Auslegung | Maße, Tragstabrichtung, Spannweite, Auflager und Lastfall |
| Reinigung und Wartung | Reinigungsverfahren und besondere Beanspruchungen |
| Lieferumfang | Stückzahl, Ausschnitte, Befestigungen und Zeichnungen |
| Lieferung | PLZ, Ort und gewünschter Liefertermin |
Für besondere Konturen und Anforderungen finden Sie Informationen unter Gitterroste nach Maß und Sonderanfertigungen . Bei kurzfristigem Bedarf prüfen wir passende Lagerware für die benötigte Ausführung.
Weitere Grundlagen bieten unsere Technischen Informationen, das Gitterrost-Lexikon und die Downloads und Dokumente.
Häufige Fragen zur Rutschhemmung von Gitterrosten
Welche R-Klasse ist für Gitterroste vorgeschrieben?
Es gibt keine einheitliche Klasse für sämtliche Anwendungen. Die benötigte Bewertung ergibt sich aus Nutzung, Gefährdungen und den anwendbaren Anforderungen.
Ist ein gezahnter Gitterrost automatisch R12 oder R13?
Nein. Die Zahnform und ihre Anordnung sind nur Merkmale der Oberfläche. Eine R-Klasse benötigt einen zur konkreten Ausführung passenden Nachweis.
Ist R13 automatisch für Schwimmbäder geeignet?
Nein. Für nassbelastete Barfußbereiche sind die jeweiligen A-, B- oder C-Anforderungen zu prüfen. R13 ersetzt keinen Barfußnachweis.
Sind GFK-Roste rutschhemmender als Stahlroste?
Das Material allein erlaubt keinen solchen Vergleich. Entscheidend sind die konkrete Oberfläche und ihre nachgewiesenen Eigenschaften sowie der Zustand im Betrieb.
Bleibt die R-Klasse nach einer Beschichtung unverändert?
Das darf nicht pauschal angenommen werden. Prüfen Sie, ob die beschichtete Ausführung vom zugehörigen Nachweis abgedeckt ist.
Verhindern rutschhemmende Gitterroste das Ausrutschen bei Eis?
Nein. Die R-Klasse ist kein Nachweis für vereiste Oberflächen. Schnee und Eis erfordern geeignete betriebliche Maßnahmen und Winterdienst.
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Peter Schönland
+49 5247 9304334info@gitterrosten.com Weitere Kontaktinformationen
Weiterführende Regelwerke und Fachinformationen
Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Orientierung. Die erforderliche Rutschhemmung und die Eignung eines Produkts müssen anhand der tatsächlichen Nutzung, der anwendbaren Regelwerke und der zugehörigen Nachweise geprüft werden.