Rutschhemmung bei Gitterrosten – Mehr Sicherheit auf jedem Schritt

Ob in Industrieanlagen, auf Außentreppen, Laufstegen oder Arbeitsplattformen – überall dort, wo Menschen Gitterroste begehen, spielt die Rutschhemmung eine entscheidende Rolle. Regen, Schnee, Eis, Öl oder Schmutz können das Risiko von Ausrutschunfällen deutlich erhöhen. Mit der richtigen rutschhemmenden Ausführung lassen sich Arbeitsunfälle vermeiden und gesetzliche Anforderungen erfüllen.

In diesem Beitrag erfahren Sie, was Rutschhemmung bei Gitterrosten bedeutet, welche R-Klassen es gibt und welche Ausführung sich für Ihren Einsatzbereich eignet.


Was bedeutet Rutschhemmung?

Die Rutschhemmung beschreibt die Fähigkeit einer Oberfläche, auch bei Nässe oder Verschmutzung ausreichend Halt zu bieten.

Bei Gitterrosten wird die Rutschhemmung durch spezielle Profilierungen oder Ausnehmungen an Trag- und Querstäben erreicht. Diese erhöhen die Reibung zwischen Schuhsohle und Gitterrost und sorgen für mehr Trittsicherheit. Je nach gewünschter Rutschhemmung werden unterschiedliche Profilierungen eingesetzt.


Warum ist eine rutschhemmende Ausführung wichtig?

Besonders in gewerblichen und industriellen Bereichen gehören Ausrutschunfälle zu den häufigsten Unfallursachen.

Eine rutschhemmende Oberfläche bietet zahlreiche Vorteile:

  • Höhere Arbeitssicherheit
  • Weniger Unfallrisiko
  • Sicheres Begehen bei Regen, Schnee oder Eis
  • Mehr Halt bei Öl, Fett oder anderen Flüssigkeiten
  • Erfüllung vieler Anforderungen im Arbeits- und Gesundheitsschutz

Gerade auf Außentreppen, Wartungsbühnen oder Produktionsanlagen sollte die Rutschhemmung bereits bei der Planung berücksichtigt werden.


Wie wird die Rutschhemmung geprüft?

Die Rutschhemmung wird nach einem genormten Prüfverfahren auf einer sogenannten schiefen Ebene ermittelt.

Eine Prüfperson begeht den Bodenbelag mit genormten Sicherheitsschuhen, während die Prüfplattform schrittweise geneigt wird. Der Winkel, bei dem die Person gerade beginnt zu rutschen, bestimmt die jeweilige Rutschhemmungsklasse. Heute erfolgt diese Prüfung nach DIN EN 16165 (Anhang B); die früher bekannte DIN 51130 wurde für die Klassifizierung durch die europäische Norm ersetzt.


Die R-Klassen einfach erklärt

Die Rutschhemmung wird in sogenannte R-Klassen eingeteilt.

R-Klasse Einsatzbereich
R9 geringe Rutschhemmung für trockene Bereiche
R10 normale Rutschhemmung, häufig für Außenbereiche ausreichend
R11 erhöhte Rutschhemmung für feuchte oder leicht verschmutzte Bereiche
R12 hohe Rutschhemmung bei Öl, Fett oder starken Verschmutzungen
R13 maximale Rutschhemmung für besonders anspruchsvolle Industrieanwendungen

Je höher die R-Klasse, desto größer ist die Rutschsicherheit.


Welche Rutschhemmung ist bei Gitterrosten üblich?

Für viele Anwendungen im Außenbereich besitzen Standard-Gitterroste bereits gute rutschhemmende Eigenschaften. Besteht jedoch durch Wasser, Öl, Fett oder Schmutz eine erhöhte Rutschgefahr, sollten speziell profilierte Gitterroste eingesetzt werden.

Typische Einsatzbereiche sind:

  • Außentreppen
  • Industrieanlagen
  • Produktionsbetriebe
  • Kläranlagen
  • Chemieindustrie
  • Lebensmittelindustrie
  • Maschinenplattformen
  • Wartungsstege
  • Offshore-Anlagen

Wie entsteht die Rutschhemmung bei Gitterrosten?

Je nach gewünschter Sicherheitsklasse werden unterschiedliche Oberflächen verwendet.

Zu den gängigen Ausführungen gehören:

  • glatte Trag- und Querstäbe
  • profilierte Tragstäbe
  • profilierte Querstäbe
  • Profilierungen an Trag- und Querstäben

Durch diese Bearbeitung entstehen zusätzliche Griffflächen, die selbst bei schwierigen Bedingungen einen sicheren Stand ermöglichen.


Was bedeutet der Verdrängungsraum (V-Klasse)?

Neben den R-Klassen gibt es den sogenannten Verdrängungsraum (V4 bis V10). Er beschreibt, wie gut Flüssigkeiten oder Schmutz unter der Gehebene aufgenommen und abgeführt werden können.

Durch ihre offene Bauweise erreichen Gitterroste in der Regel den höchsten Verdrängungsraum V10. Das macht sie besonders geeignet für Bereiche mit Wasser, Schlamm oder anderen gleitfördernden Stoffen.


Welche Rutschhemmung eignet sich für welchen Einsatz?

Einsatzbereich Empfehlung
Außentreppen R10 bis R11
Laufstege R10 oder R11
Produktionshallen R11
Werkstätten R11 bis R12
Lebensmittelindustrie R12
Chemische Industrie R12 bis R13
Bereiche mit Öl und Fett R13

Die passende Rutschhemmung sollte immer anhand der tatsächlichen Einsatzbedingungen und der geltenden Arbeitsschutzvorschriften ausgewählt werden.


Häufige Fragen zur Rutschhemmung

Sind Standard-Gitterroste rutschhemmend?

Ja. Bereits Standard-Gitterroste bieten aufgrund ihrer offenen Bauweise und Stahloberfläche eine gute Trittsicherheit im normalen Außeneinsatz. Für Bereiche mit erhöhter Rutschgefahr werden jedoch profilierte Ausführungen empfohlen.

Ist eine höhere R-Klasse immer besser?

Nicht unbedingt. Höhere R-Klassen bieten zwar mehr Sicherheit, sind jedoch oft mit höheren Kosten verbunden. Die passende Klasse richtet sich immer nach dem jeweiligen Einsatzbereich.

Gibt es gesetzliche Vorgaben?

Ja. Für Arbeitsstätten gelten unter anderem die ASR A1.5, DGUV-Regeln sowie die Prüfverfahren nach DIN EN 16165. Welche Rutschhemmung erforderlich ist, hängt von der jeweiligen Nutzung und dem Gefährdungspotenzial ab.


Fazit

Die richtige Rutschhemmung trägt entscheidend zur Sicherheit und Langlebigkeit von Gitterrosten bei. Während Standard-Gitterroste für viele Außenbereiche ausreichen, sind in feuchten oder ölbelasteten Umgebungen speziell profilierte Ausführungen unverzichtbar.

Bei gitterrosten.com unterstützen wir Sie gerne bei der Auswahl des passenden Gitterrosts – abgestimmt auf Ihren Einsatzbereich, die erforderliche Tragfähigkeit und die gewünschte Rutschhemmung.

Zurück zum Blog